SaaS: Ein Überblick über Software-as-a-Service

suitApp dreht sich komplett um SaaS-Lösungen. Doch was ist das eigentlich genau? Diese Frage wollen wir im folgenden Artikel beantworten und näher darauf eingehen, was es damit auf sich hat.

Was ist Software-as-a-Service (SaaS) – Definition

Das National Institute of Standards and Technology beschreibt SaaS als Modell, in dem ein Software-Anbieter seinen Nutzern eigene Anwendungen auf einer Cloud-Infrastruktur von überall und auf diversen technischen Geräten (z. B. Computer, Smartphone oder Tablet) zugänglich macht. Diese Cloud-Infrastruktur besteht einerseits aus Hardware, wie z. B. „Servern, Datenspeicher und Netzwerkkomponenten“, und andererseits aus Software, die den Zugang zur Infrastruktur und die Nutzung der physischen Ressourcen verwaltet. Der Kunde ist dabei nicht in den Prozess der Verwaltung der Cloud-Infrastruktur involviert. Er nutzt diese nur als Dienst, wird jedoch nicht Eigentümer. Darüber hinaus variiert der Umfang der Konfigurationsmöglichkeiten für den Endnutzer und ist vom jeweiligen Anbieter abhängig. SaaS-Kunden zahlen für gewöhnlich für den Umfang und die Dauer der Nutzung der Software.

Charakteristiken von SaaS

Das SaaS-Modell weist diverse Spezifikationen auf, die Einfluss auf betriebswirtschaftliche Entscheidungen des SaaS-Unternehmens haben können . Dabei können die Charakteristiken in drei verschiedene Bereiche eingeteilt werden: Produkt, Geschäftsmodell und Produktbereitstellung.

Produkt

Das Produkt ist im Fall des SaaS-Modells die angebotene Software. Diese wird in einem Web-Browser, in einer Desktop-Anwendung oder in einer mobilen Applikation aufgerufen und ist dadurch ortsunabhängig nutzbar. Kunden müssen die Software dadurch nicht mehr zwingend lokal auf ihrem Computer installieren, sondern greifen über das Internet darauf zu.

Darüber hinaus konzipieren SaaS-Anbieter ihre Software als Produkt für einen Massenmarkt. Sie kann daher aufgrund der „Multi Tenancy“-Architektur (zu Deutsch: Multi-Mandanten-Architektur) in den meisten Fällen nicht an individuelle Kundenbedürfnisse angepasst werden. Diese Multi Tenancy-Architektur lässt die Kunden des SaaS-Unternehmens, „dieselbe Anwendungs- und Datenbanken-Instanz teilen“, wodurch Skaleneffekte erzielt werden können, da die Hardwarekosten pro Nutzer mit steigender Anwenderzahl sinken. Dies stellt SaaS-Unternehmen jedoch vor die Herausforderung, ein relativ unflexibles Produkt zu entwickeln, welches den Anforderungen der gesamten Zielgruppe entsprechen soll.

SaaS-Produkte sind meist modular programmiert und basieren auf verschiedenen Software-Komponenten. Diese Struktur erlaubt eine flexiblere Entwicklung, die die generelle Anpassbarkeit der Software, welche durch die rigide Multi Tenancy-Architektur eingeschränkt ist, verbessern soll.

Geschäftsmodell

Während für traditionelle Software oftmals eine einmalige Kaufsumme verlangt wird, basiert das SaaS-Preismodell auf der Nutzung des Produkts. Kunden melden sich für die Nutzung der Software an und müssen solange Zahlungen leisten, wie sie angemeldet bleiben. Die Abrechnung kann dabei beispielsweise auf der Dauer und dem Umfang der Nutzung der Software basieren.

Dadurch dass Kunden die Software von SaaS-Unternehmen anmieten, wird im Gegensatz zum Kauf von traditioneller Software eine Trennung zwischen Besitz und Nutzung herbeigeführt. Nutzer können somit flexibler auf Software zugreifen, verlieren jedoch auch Besitzrechte und müssen eine eingeschränkte Modifizierbarkeit akzeptieren.

Das SaaS-Modell ist ein Dienstleistungskonzept ist, da es die Spezifikationen, anhand derer Dienstleistungen definiert werden, erfüllt. Eine Dienstleistung folgt dem Uno-Actu-Prinzip, integriert einen externen Faktor und ist immateriell. Die SaaS-Anwendungen können als immaterielles Produkt gewertet werden und werden von einem externen Kunden zur Zeit der technischen Bereitstellung genutzt. SaaS kann somit als Dienstleistungsmodell angesehen werden.

Produktbereitstellung

Durch die IT-Architektur wird eine Plattform für alle Kunden bereitgestellt, wodurch mögliche technische Problem ebenfalls alle Kunden gleichzeitig betreffen. Im Gegensatz zur traditionellen Software kann ein SaaS-Unternehmen nur schwer die Anwendung aus Wartungsgründen für lange Zeiten offline schalten, da dies stets die gesamte Nutzerschaft tangiert. Dennoch ist es Aufgabe der SaaS-Firma, ihr Produkt stetig zu warten und technische Schwierigkeiten zu lösen . Der Anbieter wird daher die Einbindung neuer Funktionen oder genereller Veränderungen genau abwägen, bevor er sie in die Entwicklungsabläufe integriert.

Traditionelle Software wird in den meisten Fällen in Versionszyklen vertrieben. Dies bedeutet, dass bestimmte Funktionen mit speziellen Versionen der Software verknüpft sind. Der Zeitpunkt der Entwicklung einer neuen Funktion und deren offizielle Integration in das Produkt können stark voneinander abweichen, da die Versionen in bestimmten Abständen nacheinander veröffentlicht werden. SaaS-Produkte sind stets in der aktuellsten Form für den Kunden online verfügbar und es gibt keine offiziellen Versionen, die in definierten Abständen veröffentlicht werden. Neue Funktionen sind nicht mit einer bestimmten Version der Software verknüpft, sondern werden in das Produkt integriert, nachdem sie entwickelt wurden. Dadurch wird die Software schrittweise erweitert und den gemeinsamen Bedürfnissen der gesamten Zielgruppe angepasst.

Zudem wird die zugrundeliegende IT-Infrastruktur für das Nutzen der Software vom SaaS-Anbieter zur Verfügung gestellt und muss nicht vom Kunden aufgesetzt werden. Eine solche Technologie-Architektur beinhaltet ein System aus Hardware- und Software-Komponenten, das nötig ist, um das SaaS-Produkt für Nutzer verfügbar zu machen und bedingt Personal, welches dieses technische Gefüge verwalten kann. Ähnlich wie bei der Wartung entstehen dadurch Pflichten für das SaaS-Unternehmen und Vorteile für den Kunden. Der Anbieter muss beispielsweise sicherstellen, dass die angebotene IT-Architektur auch bei hoher Belastung performant arbeitet. Der Kunde muss die Software nicht in sein bestehendes IT-System einbinden oder gegebenenfalls ein eigenes IT-System aufbauen, da er einfachen Zugriff auf die Software über das Internet erhält. Der Nutzer muss für sich einzig einen stabilen Zugang zum Internet gewährleisten können.

Abgrenzung von ähnlichen Begriffen

Cloud-Computing

Cloud-Computing (CC) ist ein Konzept, um Nutzern Zugriff auf „geteilte Datenressourcen (z. B. Netzwerke, Server, Datenspeicher, Anwendungen und Dienste)“ bereitzustellen. Software-as-a-Service (SaaS) ist als eine von drei möglichen Ausprägungen des CC anzusehen).

Platform-as-a-Service (PaaS)

Platform-as-a-Service (PaaS) versorgt den Nutzer ebenfalls mit einer Cloud-Infrastruktur. Im Gegensatz zu SaaS dient es dem Kunden jedoch dazu, eigene Anwendungen auf der Plattform entwickeln und eigenständig verwalten zu können. Der PaaS-Anbieter stellt zusätzlich „Programmiersprachen, Bibliotheken, Dienste und Werkzeuge“ bereit.

1.2.3       Infrastructure-as-a-Service (IaaS)

Infrastructure-as-a-Service (IaaS) ist ein Modell, in dem der IaaS-Anbieter Basisressourcen wie „Verarbeitungswerkzeuge, Datenspeicher […] [und] Netzwerke“ zur Verfügung stellt, um dem Nutzer das Entwickeln von eigenen „Betriebssystemen und Anwendungen“ zu ermöglichen. Konträr zu SaaS kann der Nutzer diese Basisressourcen und eigens entwickelte Software individuell verwalten und an eigene Bedürfnisse anpassen. Zu welchem Grad dies möglich ist, ist vom IaaS-Anbieter abhängig.

1.2.4       Traditionelle Software

Traditionelle Software unterscheidet sich von SaaS dahingehend, dass SaaS stets Internet-basierte Anwendungen anbietet, die eigene Cloud-Infrastruktur für die angebotenen Anwendungen für alle Nutzer zugänglich macht und der Kunde in den meisten Fällen für die Dauer der Nutzung sowie den Leistungsumfang und nicht einmalig zahlt.

1.2.5       Application Service Provider (ASP)

Application Service Provider (ASP) kann als Vorläufer der SaaS-Anbieter bezeichnet werden. Im Gegensatz zum SaaS-Unternehmen kümmert sich der ASP nur um die technische Infrastruktur und erlaubt es, anderen Unternehmen diese zu nutzen, um ihre Anwendung verfügbar zu machen. Das SaaS-Konzept vereint beide Komponenten und bietet sowohl die technische Bereitstellung als auch die Anwendung.


Max Benz

Max ist der Mitgründer und CEO von suitApp.

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