Inhalt
- Das Wichtigste in Kürze
- 1. Kundendaten werden mehrfach eingetragen
- 2. Mehrere Excel-Listen zeigen unterschiedliche Bearbeitungsstände
- 3. Kopieren und Einfügen ersetzt den Datenaustausch
- 4. Das Rechnungsformat passt nicht zum weiteren Ablauf
- 5. Zahlungen und offene Rechnungen laufen auseinander
- 6. Belege und Freigaben sind verstreut
- 7. Die Steuerberatung muss Daten nachfordern
- Checkliste: Welche Übergabe solltest du zuerst verbessern?
Das Wichtigste in Kürze
- Doppelte Eingaben und verstreute Dateiversionen verursachen vermeidbare Nacharbeit.
- Word und Excel bleiben nützliche Werkzeuge. Entscheidend sind klare Zuständigkeiten und zuverlässige Datenübergaben.
- Beginne bei einem häufigen Ablauf und prüfe, welche manuellen Schritte sich einsparen lassen.
Für ein Angebot in Word werden Kundendaten aus dem Kontaktprogramm übernommen. Nach der Rechnungsstellung pflegt die Verwaltung den Zahlungsstatus in einer separaten Excel-Liste. Der Vorgang wird vollständig digital bearbeitet, doch zwischen den Programmen bleibt Handarbeit nötig.
Solche Übergaben fallen bei der Software-Auswahl leicht unter den Tisch. Im Alltag bestimmen sie mit, wie viel Zeit zwischen einem erledigten Auftrag und seiner Abrechnung vergeht.
1. Kundendaten werden mehrfach eingetragen
Ein Kunde meldet eine neue Rechnungsadresse. Der Vertrieb aktualisiert die Kundenverwaltung, doch im nächsten Word-Angebot steht die alte Anschrift aus der Vorlage. Die Änderung ist angekommen, nur eben nicht überall.
Deshalb braucht es eine verbindliche Quelle für Kundendaten und eine Regel, wie Änderungen in andere Anwendungen gelangen. Fehlt eine automatische Verbindung, sollte zumindest klar sein, wer die Angaben nachpflegt. Eine einheitliche Kundennummer hilft, Datensätze über verschiedene Programme hinweg zuzuordnen.
2. Mehrere Excel-Listen zeigen unterschiedliche Bearbeitungsstände

Welche Datei ist aktuell? Sobald Projektleitung und Verwaltung eigene Auftragslisten führen, lässt sich das oft nur durch Nachfragen klären. Per E-Mail verschickte Kopien machen die Suche zusätzlich unübersichtlich.
Excel selbst bietet Möglichkeiten, das zu vermeiden: Mit einer unterstützten Excel-Version lassen sich Dateien auf OneDrive oder SharePoint Online gemeinsam bearbeiten; dort steht auch ein Versionsverlauf zur Verfügung. Eine gemeinsame Datei kann bereits ausreichen. Wird der Bearbeitungsstand ohnehin im Projektprogramm gepflegt, lässt sich die zusätzliche Liste möglicherweise ganz streichen.
3. Kopieren und Einfügen ersetzt den Datenaustausch
Manuelle Übertragungen verbinden häufig die Zeiterfassung mit der Rechnungsstellung. Dabei wird aus einem erledigten Arbeitsschritt eine neue Eingabeaufgabe. Fehlt beim Kopieren eine Position oder stammt der Stundensatz aus einer alten Vorlage, ist später eine Korrektur nötig.
Markiere bei einem Auftrag jede Stelle, an der Angaben erneut eingetragen werden. Für diese Übergaben lohnt sich die Prüfung vorhandener Schnittstellen und Exportmöglichkeiten. Ob sie im eigenen Betrieb helfen, zeigt ein kleiner Test: Kommen die Angaben vollständig an und werden sie dem richtigen Auftrag zugeordnet?
4. Das Rechnungsformat passt nicht zum weiteren Ablauf
Eine Rechnung aus Word oder Excel sieht als PDF ordentlich aus. Die empfangende Buchhaltung muss ihre Angaben aber gegebenenfalls erst auslesen und nachprüfen. Eine E-Rechnung wird dagegen in einem strukturierten elektronischen Format ausgestellt, übermittelt und empfangen, das eine elektronische Weiterverarbeitung ermöglicht. Ein gewöhnlicher PDF-Export erfüllt diese Anforderung nicht.
Für Rechnungen zwischen inländischen Unternehmen gelten Übergangsregelungen:
Bis Ende 2026 dürfen grundsätzlich noch Papier- oder einfache PDF-Rechnungen ausgestellt werden. Bei höchstens 800.000 Euro Vorjahresumsatz verlängert sich diese Frist bis Ende 2027. Einfache PDF-Rechnungen erfordern die Zustimmung des Empfängers. Kleinunternehmer nach § 19 UStG sind beispielsweise von der Pflicht ausgenommen, E-Rechnungen auszustellen. Empfangen können müssen inländische Unternehmen diese grundsätzlich bereits seit 2025, einschließlich Kleinunternehmern.
Für deinen Ablauf zählt außerdem, ob die Software vorhandene Auftragsdaten übernehmen kann. Eine zusätzliche Konvertierung spart wenig Arbeit, wenn danach dieselben Angaben erneut eingetragen werden müssen.
5. Zahlungen und offene Rechnungen laufen auseinander
Obwohl die Zahlung bereits auf dem Bankkonto eingegangen ist, bleibt die Rechnung in der Excel-Liste offen. Bei der nächsten Mahnrunde erhält der Kunde deshalb eine unnötige Erinnerung.
Ein Bankabgleich in der Buchhaltungssoftware verringert den manuellen Aufwand, braucht bei unklaren Zuordnungen aber weiterhin Aufmerksamkeit. Teilzahlungen lassen sich etwa nicht immer eindeutig zuweisen. Für solche Fälle sollte eine Person verantwortlich sein, die sie vor dem nächsten Mahnlauf bearbeitet.
6. Belege und Freigaben sind verstreut
Eine Rechnung kommt per E-Mail, die zugehörige Bestellung liegt jedoch auf einem Netzlaufwerk. Ob die Zahlung freigegeben wurde, lässt sich nur im Chatverlauf eines Kollegen nachlesen. Bei dessen Abwesenheit stockt die Bearbeitung.
Eine gemeinsame Vorgangsnummer erleichtert die Zuordnung der Unterlagen. Zur Vertretungsregelung gehört auch, dass Freigaben an einem zugänglichen Ort dokumentiert sind.
Für Rechnungsdateien gelten darüber hinaus Aufbewahrungsvorgaben. Bei E-Rechnungen muss mindestens der strukturierte Rechnungsteil unversehrt in seiner ursprünglichen Form erhalten bleiben. Ein Ausdruck oder eine reine PDF-Ansicht ohne die strukturierten Daten reicht nicht aus. Die Excel-Übersicht kann auf die Originaldatei verweisen, ersetzt sie aber nicht.
7. Die Steuerberatung muss Daten nachfordern

Wie die Unterlagen zur Steuerkanzlei gelangen, sollte vor dem Monatsabschluss feststehen. Andernfalls zeigen sich fehlende Belege oder unpassende Exportformate erst dann, wenn die Kanzlei mit der Bearbeitung beginnt.
Nutzt sie DATEV, kläre gemeinsam mit ihr, welche Daten deine Software über eine DATEV-Schnittstelle übergeben kann. Ein abgeschlossener Monat eignet sich für einen Testlauf. Dabei lässt sich feststellen, ob die Belege vollständig und richtig zugeordnet ankommen, bevor derselbe Fehler in weiteren Monaten auftaucht.
Checkliste: Welche Übergabe solltest du zuerst verbessern?
- Wähle einen Ablauf, bei dem häufig Daten kopiert oder Informationen nachgefragt werden.
- Halte fest, welche Programme beteiligt sind und wer die Daten pflegt.
- Bestimme, welches System den verbindlichen Datenstand enthält.
- Teste eine einfachere Übergabe mit wenigen vollständigen Vorgängen.
- Prüfe anschließend, ob die Bearbeitung weniger Nacharbeit erfordert.
Oft reicht eine einzige verlässlich geregelte Übergabe, damit ein Auftrag ohne zusätzliche Rückfragen abgerechnet werden kann.

Geschrieben von
Max Benz
Max Benz schreibt bei suitApp über Business-Software für den deutschsprachigen Mittelstand: Auswahl, Kosten, Datenschutz und Einführung.

